Wie harmonische Interaktion zwischen Körper, Geist und Seele funktioniert
Inhalte:
• Der Dreiklang des Lebens
• Welche Stimme spricht gerade?
• Was Beschwichtigung mit uns macht
• Bedürfnisse als Schlüssel zum Verständnis
• Gesunde Selbstverbindung ebnet den Weg
Der Dreiklang des Lebens
Im Alltag sind wir es gewohnt von
• dem Körper
• der Seele und
• dem Geist
als getrennte Elemente zu sprechen. In der Medizin werden diese drei Bereiche ebenfalls durch verschiedene Disziplinen abgedeckt. Die medizinischen Fachrichtungen Innere Medizin, Chirurgie,
Orthopädie und einige mehr sind auf den Körper spezialisiert. Psychiaterinnen kümmern sich um Geisteszustände und Psychologinnen sind klassischerweise Experten für die Seele.
Allein Neurowissenschaftlerinnen versuchen zumindest eine Brücke zwischen Körper und Geist zu bauen. Sie erforschen die Funktionsweise von Gehirn und Nervensystem als somatischer Komponente, die
unseren Geist ‚generiert‘.
Meiner Erfahrung nach existiert diese Trennung von Körper, Geist und Seele in der Wirklichkeit nicht. Es ist ein künstlich erdachtes Konstrukt.
Diese Aufspaltung oder Trinität findet sich gleichwohl in sehr vielen menschlichen Konzepten und Ideen der Welt wieder:
• Himmel-Erde-Mensch beschreibt unseren Erlebnishorizont
• Wasser-Eis-Dampf sind die möglichen Aggregatzustände von Wasser
• Mutter-Vater-Kind als kleinste Zelle von Reproduktion
• Höhe-Länge-Breite definiert den dreidimensionalen Raum
• Täter-Retter-Opfer charakterisiert das Dramadreieck
Wir scheinen diesen Dreiklang der Dinge zu mögen oder zumindest eine besondere Beziehung dazu zu pflegen, denn in Mystik und Märchen taucht diese Triade ebenfalls immer wieder auf:
• drei magische Wünsche
• drei Prüfungen, die zu meistern sind
• drei magische Gegenstände begleiten Heldinnen und Helden
• alle guten Dinge sind drei
Manchmal ist diese Aufspaltung in drei Kategorien sehr nützlich, um bestimmte Prozesse zu beleuchten, besser zu verstehen und Sachverhalte konkret zu benennen, einzuordnen und dann entsprechend
zu handeln.
Welche Stimme spricht gerade?
Doch wie erkennst du, welche Stimme da gerade flüstert? Ist es die Stimme deiner Seele, die dir mitteilt, dass sie maximal leidet? Redet dir dein Verstand Selbstzweifel und Ängste ein, die dich
lähmen? Oder teilt dir dein Körper über ein diffuses Unwohlsein mit, dass etwas nicht stimmt?
Herauszufinden, welche Stimme, welcher Bereich aktuell deine Aufmerksamkeit benötigt, setzt voraus, dass du dich selbst sehr gut kennst, dass du in einem guten Kontakt mit dir bist. Du musst also
genau wissen, wann und wie deine Seele, dein Mindset oder dein Körper mit welcher Stimme zu dir spricht.
Aus meiner Sicht kommunizieren alle drei Ebenen harmonisch miteinander und auch mit dir. Im Laufe des Lebens vergessen wir vor lauter beschäftigt sein, Bewältigung von Alltagssorgen oder
Ablenkungen diese einfache, unmittelbare Form der Zwiesprache.
Was Beschwichtigung mit uns macht
Häufig tragen wir Kindheitserfahrungen in uns, die das eigene Selbstverständnis verletzt haben. Vor allem die Erfahrung mit Empfindungen, Wahrnehmungen oder Gefühlen nicht ernst genommen oder
allein gelassen zu werden sind fast universell. Du kennst bestimmt auch aus deinem Leben Beschwichtigungen, wie:
• Das ist doch nicht so schlimm.
• Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.
• Jetzt hab dich mal nicht so.
• Alles wird wieder gut.
Prinzipiell ist das ja auch gut gemeint, doch es spricht einem Kind oder auch einem Erwachsenen das gegenwärtige Empfinden ab, es entwertet Gefühle und macht die Vielfalt von Wahrnehmung
unsichtbar.
Langfristig verhindern diese inneren, unsichtbaren Wunden den Kontakt zur eigenen Intuition, es schneidet dich von dir selbst ab und irgendwann vertraust du deiner eigenen Wahrnehmung nicht
mehr.
Persönlich erachte ich die Haltung -Ich meine es doch nur gut.- , die diesem Beschwichtigungsverhalten zugrunde liegt, mittlerweile als sehr gefährlich. Warum das so ist beschreibe ich im
Beitrag: Die sozial verträgliche Macke. Oder wenn Fürsorge eskaliert ausführlich.
Bedürfnisse als Schlüssel
Wie kommunizieren nun Körper, Geist und Seele harmonisch miteinander? Und wie schaffst du es, diese vergessene oder verdrängte Sprache zu decodieren, einzuordnen und angemessen zu
reagieren?
Um dir das verständlich zu erklären, möchte ich dir zunächst das Konzept „Bedürfnis“ näher bringen. Vielleicht ist dir das im Rahmen von Kommunikationstrainings bereits begegnet. Vor allem die
Idee der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg beruht auf der Erforschung der eigenen Bedürfnisse.
Bedürfnis wird definiert als ein Empfinden von Mangel, den wir beseitigen möchten. Das klingt erstmal ziemlich abstrakt, doch die meisten Menschen wissen intuitiv, was ein Bedürfnis ist. Es geht
um grundsätzliche Fragen der Existenz wie das Überleben, Streben nach Weiterentwicklung und Gruppenzugehörigkeit.
Bedürfnisse lassen sich sich laut der Künstlerin Li Shalima in
die Kategorien körperlich, geistig und seelisch einordnen:
• körperlich-somatische Bedürfnisse:
◦ saubere Atemluft
◦ reines Wasser, gesunde Lebensmittel
◦ Schutz vor Naturgewalten
• geistig-neurologische Bedürfnisse:
◦ lernen, verstehen,
◦ Kompetenzen entwickeln, Zeit zum Üben,
◦ Meisterschaft erlangen
• seelisch-emotionale Bedürfnisse:
◦ emotionale Balance,
◦ Verluste betrauern, Mitgefühl,
◦ Verbindung spüren
Natürlich gibt es Zwischentöne, Überschneidungen oder einzelne Bedürfnisse die allen Kategorien zugeordnet werden können, wie zum Beispiel das Bedürfnis nach Nähe, Regeneration oder Sinn.
Gesunde Selbstverbindung ebnet den Weg
Aus der Zuordnung lässt sich mühelos ableiten, welche Stimme gerade wie flüstert. Wie oben bereits angemerkt, erleichtert eine gesunde Verbindung mit dir selbst den Zugang zur Decodierung der
Signale. Denn die Spaltung deiner Ganzheit in die Aspekte Körper, Geist und Seele ist rein kognitiv und findet sich in der Wirklichkeit so nicht wieder. Im Beitrag zur somatischen Intelligenz erkläre ich dir im Detail, wie diese Sprache
genau funktioniert und wie du sie dir sehr einfach wieder erschließen kannst.
Körper ist Seele ist Geist.
Dein Gehirn generiert als Teil deines Körpers Geist, Gedanken, kognitive Inhalte. Ebenso macht dein Körper Gefühle, Empfindung und Wahrnehmung durch verschiedene Hormon- und Transmittercocktails
immer in Bezug zu dem, was gerade inner- und außerhalb von dir passiert.
Die wichtigste Aufgabe, um diese verbundene, harmonische Interaktion zu unterstützen ist es, dich selbst gut kennenzulernen, zu erforschen, was dir gut tut und wie du wann auf was reagierst.
Autorin: Melanie Fechner-Scholz
Hey, ich bin Melanie, Mentorin für Selbstwirksamkeit.
Ich begleite Frauen zurück in eine entspannte, verkörperte Beziehung zu sich selbst.
In meiner Arbeit verbinde ich somatische, mentale und emotionale Klarheit mit Orientierung und innerer Ordnung.
Damit du dich leichter, sortierter und wieder in dir zu Hause fühlst.
